Dalmatien ist die Adria-Küste Kroatiens und eine der landschaftlich schönsten und am wenigsten überlaufenen Cycling-Regionen des Mittelmeers. Fahren heißt hier türkises Meer auf der einen, Kalksteinberge auf der anderen Seite, historische venezianische und römische Städte wie Split und Trogir, und eine Kette von Inseln nur eine kurze Fähre entfernt. Verglichen mit Mallorca oder Girona ist es fürs Cycling noch unter dem Radar, und genau das ist ein großer Teil des Reizes: ruhige Straßen, warme Gastfreundschaft und eine Landschaft, die sich entdeckt statt verpackt anfühlt.
Das Terrain teilt sich in drei Welten. Die Küstenstraße windet sich zwischen Meer und Bergen mit ständigem Wellen und weiten Ausblicken, perfekt fürs Tempo-Fahren. Landeinwärts steigen die Berge schnell, über der Makarska-Riviera türmt sich das Biokovo-Massiv aus dem Meer, und die Straße Richtung Sveti Jure (rund 1.762 m) ist einer der großen wenig bekannten Anstiege Europas, steil und spektakulär, während die Adria unter dir abfällt. Und dann sind da die Inseln: Brac, Hvar und Korcula bieten ruhige, wellige Inselstraßen und Gravel, per häufiger Fähre von Split erreichbar.
Das Timing zählt hier mehr als auf den Kanaren. Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) sind die goldenen Fenster: warm, aber nicht heiß, die Straßen ruhig, das Licht schön. Der Sommer ist heiß und an der Küste voll mit allgemeinen Touristen, frühe Starts sind also die Regel. Der Winter ist nach nördlichen Maßstäben mild, aber kühler und nasser als die Mittelmeerinseln, und es ist kein Wintertrainings-Ziel.
Dalmatien belohnt den Fahrer, der die Reise genauso will wie das Training. Das Essen ist exzellent (frische Adria-Meeresfrüchte, dalmatinische Peka, die kräftigen Plavac-Mali-Rotweine von Hvar und Peljesac), die Küstenstädte sind lebendige Geschichte, und Inselhüpfen per Rad und Fähre ist eine wirklich besondere Art zu reisen. Die Cycling-Tourismus-Szene ist kleiner und ruhiger als bei den großen Namen, geführte Touren, lokale Shops und etwas Routenplanung sind also der natürliche Einstieg.
Beim Was-fahren deckt ein Rennrad mit Kletter-Übersetzung die Küste und das Biokovo ab, während ein Gravel-Bike die Inseln und die ruhigeren Inland-Pisten erschließt, und für eine erste Reise ist ein fähiges All-Road- oder Endurance-Bike die sicherste Einzelwahl. Split ist der natürliche Knotenpunkt, mit Flughafen, Fährverbindungen zu den Inseln und Verleihshops; Makarska legt dich an den Fuß des Biokovo. Lokal zu mieten lässt dich mit Handgepäck fliegen und die Tasche weglassen. Stöbere oben durch die Bikes, um zu planen, und wirf einen Blick in die Vergleichs-Guides, falls du Dalmatien gegen andere Mittelmeer-Ziele abwägst.










